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Ein Text von Matze B. (Poetry Slammer)

Es muss!

(aus der Reihe: Verteidigungsreden des notorischen Klassenkaspers)

von Matze B.

Aber es muss!
Aber es muss doch!
Aber es muss doch einen geben!
Es muss doch einen geben,
der freiwillig das Maul aufmacht.

Der redet,
wenn man ihn nicht gefragt hat.
Es muss doch einen geben, der spricht,
wenn man besser schweigen sollte,
einen,
der schweigt, wenn er gefragt wird.
Es muss doch einen geben, der Rückgrat beweist,
indem er sich eben nicht gerade macht.
Es muss doch
einen geben,
einen zumindest,
einen nur, muss es geben!
Einen, ja einen, wie den Lutz.

Einen, der wie der Lutz Lichtenberger in der fünften Klasse am ersten Tag am Gymnasium statt eines gewöhnlichen Namensschildes einen großen Zettel mit der Aufschrift:

„MEINE MEINUNG IST DAS GEGENTEIL!“
auf den Tisch packt.

Es muss doch einen geben, der das von sich behaupten kann!

In jeder Unter-,
in jeder Mittel-,
in jeder Ober-Stufen Klasse muss es doch einen geben,
der bei jeder Frage nach seinen schulischen Leistungen locker-achselzuckend auf die Halbjahresinformation der 2. Klasse verweist:
„Matthias zeigte sich stets bemüht das Beste aus seinen geringen Fähigkeiten zu machen und hielt seine Arbeitsmaterialien, soweit er es vermochte in Ordnung.“

Es muss doch einen geben.
Einen muss es geben,
in jedem Zimmer,
in jedem Raum,
in jedem Saal!
Einen, den pikierte Blicke so wenig jucken,
wie einen südafrikanischen Elefanten die bemühten Popo–Pieksereien nordeuropäischer Fruchtfliegen.
Einen wie den Faust.


Einen, der so laut und unbekümmert dreckig lachen kann, wie der Alexander Faust,
im Kino,
in Tübingen,
in der Studentenvorstellung,
von: „Das Leben ist schön“.

Einen mit Humor, der weh tut. Einen wie Roberto Benigni.

Aber es muss doch einen geben,
einen, der die Augen offen behält,
wenn alle anderen wegschauen.
Einen, der aufbegehrt,
einen, der nicht untergeht,
einen in jedem Laden,
in jedem Supermarkt,
in jedem Geschäft,
in jeder Firma,
muss es einen haben,
einen geben der nicht nachgibt,
der nachfragt:
„Was soll denn das heißen: DUSCH DAS ?!?“
„Was soll denn das heißen: Tauchen rötet ?!? Tauchen kann rötlich sein?
Ich siff` keit Jehn Zahren mich nehr!!“

Einen, wie ein schottischer Hochland-Dudelsack,
einen wie Drum `n Bass,
einen, den man zu lieben hasst oder zu hassen liebt,
einen zu dem man eine Meinung hat.
Einen, der die Eier hat einem Publikum den linken Hoden zu zeigen, wenn es scheiße ist!
Einen, wie den Römer (Felix)!

Aber es muss doch einen geben.

Es muss doch mindestens einen geben,
in jedem Land,
in jeder Religionsgemeinschaft,
in jeder Sprachlandschaft,
in jeder Ethnie,
in jedem Staat,
in jedem Land,
muss es einen geben,
dem es komisch vorkommt,
wenn George W. nach der – seien wir ehrlich –
erfolglosen Operation „Wüsten Wurm“,
jetzt unter dem Codenamen: „I slam Islam!“
dem Iran mit der Demokratisierung droht!

Es muss doch einen geben,
der während der drei Schweigeminuten für die Seebeben-Opfer in Asien gesteppt hat, um seiner Seele Ausdruck zu verleihen.

Es muss doch einen geben, der in der Uni Mensa Warteschlange für die zum kotzen verkochten Pasta Bolognese ansteht, sich die Haare rauft und schreit:
WENIGER HACK FRESSEN !!!

Es muss doch,
ja es muss doch einen geben,
einen in jeder Altersstufe,
einen von jedem Geschlecht,
eine, ja eine muss es geben,
eine, auf jedem Slam,
auf jeder Lesebühne,
jeder Literaturveranstaltung,
eine,
der die Männer und das Patriarchat am Arsch vorbei gehen
eine,
die Kommentare über ihr Make-Up weniger interessieren,
als die Rechtschreibreform einen Legastheniker!
Eine, der die Regeln und die Regel egal sind,
eine die ihren Spaß will,
eine, ja eine, die noch nicht mal vor Macho-Helden Respekt hat,
eine, wie die unbekannte Rebellin aus Tübingen,
die mit roter Rostschutzfarbe ein schlechtes Gedicht an die Wand sprayt:
„Wenn jede Frau ne Knarre hat, ist endlich Schluss mit dem Patriarchiat!“
Eine, auf Teufel komm´ raus.

Eine, die sich was traut, wie die 89-jährige Frau Stickel von Nebenan,
die immer noch Auto fährt wie eine 18-Jährige
und wenn man Sie im Winter fragt:
„Soll ich ihnen nicht wenigstens die Windschutzscheibe frei kratzen?“, antwortet:
„Oh, lasset se noh, I seh eh nix meh!“

Aber es muss doch eine oder einen geben,
der noch nicht ein Abenteuer erlebt hat,
aber davon erzählen kann, wie kein zweiter.
Einen der seine Geschichten:
„Popo Poesie“, „Arial Verkehr“ oder „Tippen-Fick für alle!“ betitelt.
Es muss doch einen geben, der nicht heimlich CDs brennt, sondern Schnaps!
Es muss doch einen geben, der noch was zu rauchen hat.

Aber es muss doch einen geben,
einen Provinz Prinz,
ein Peripherie Genie,
der Dirk Diggler des Minigolfslam featuring Vincent Viagra
einen Lucky Luke,
einen Mann, der schneller fliehen kann als sein Schatten springt.
Einen der jetzt mal einen Punkt macht, springender, als Spiderman auf Koks mit einem Duracel Hasen im Arsch.
Einen, wie mich.
2.5.07 16:40
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marcus Radisch / Website (9.12.10 23:15)
Hallo zusammen,
sag mal gibt es zu diesem text ein Video , wenn ja wo?

Viele liebe grüße
Marcus


b / Website (22.10.13 15:31)
http://www.youtube.com/watch?v=alPf-EDRG9E

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